Versuchung und Selbstzweifel

Es gibt das Böse im Menschen. Ich habe es zweimal erlebt.

Ich war noch jung, vielleicht 10 Jahre alt. Da war ein Flüchtling –

Er wohnte in der Kirche in Lippach. Ich war bei ihm in der Wohnung -da nahm ich etwas in meiner Tasche mit, was es sonst nicht in Lippach gab. Die Versuchung war zu groß. Zu Hause zeigte ich es meiner Mutter. Dann befahl sie mir, das Teil zurückzubringen. Ich gehorchte – schämte mich aber so tief, dass ich es mein ganzes Leben merkte.

Die größte Verführung – Versuchung

Eine richtig große Verführung erlebte ich 1977 in Köln. Ich war bei einer Versteigerung einer Firma. Ich ersteigerte ein Bohrwerk, Fräsmaschine

und viel Werkzeug. Ich ging an die Kasse zum Bezahlen. Da lagen stapelweise geschichtete Geldscheine. Dann ging die Kassiererin zu ihrer Kollegin. In diesem Moment meldete sich der Beelzebub.

 „Greif zu, nimm so ein Bündel, und bezahle damit deine Maschinen.“

Der Druck war so schlimm – fast körperlich zu spüren.

“Nimm – die merkt das nicht „. Die Verkäuferin drehte mir den Rücken zu – dann kam wieder die Versuchung „Nimm, die sieht das nicht“

 Seit ich dies erlebt habe, weiß ich, dass es die bösen Stimmen im Menschen gibt.

Ich bezahlte dann meine gekauften Maschinen und denke schon 50 Jahre darüber zurück.